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China Reise 2026: was sich für Reisende geändert hat

Wer eine China–Reise plant, merkt schnell: Das Land wirkt vertraut und zugleich völlig neu. Einerseits sind große Hürden gefallen, weil Visabestimmungen und Einreisebestimmungen für viele deutsche Reisende deutlich einfacher geworden sind. Andererseits hat sich der Alltag in den Städten weiter digitalisiert, sodass ein fehlendes App-Setup heute eher zum Problem wird als ein fehlender Stadtplan. Außerdem sind Abläufe an Bahnhöfen, Museen und selbst in kleinen Restaurants stärker standardisiert, was Orientierung gibt, jedoch auch Vorbereitung verlangt. Hinzu kommt: Zwischen Festland, Hongkong und Macau liegen kulturell und administrativ Welten, die in Reiseplänen gern unterschätzt werden.

Gerade deshalb lohnt ein genauer Blick auf die wichtigsten Änderungen seit Ende 2024. Denn wer die passenden Regeln wählt – visafreie Einreise, klassisches Visum oder Transit – spart nicht nur Zeit, sondern vermeidet teure Fehler am Check-in. Ebenso entscheidend sind mobile Zahlungen, Internetzugang und die Frage, wie sich Tourismus und Kultur praktisch erleben lassen, ohne in typische Fallen zu laufen. Die folgenden Abschnitte setzen dort an, wo viele Ratgeber zu allgemein bleiben: bei konkreten Abläufen, realistischen Beispielen und Reisetipps, die im Alltag funktionieren.

  • Visafrei für deutsche Pässe: bis zu 30 Tage pro Einreise für Tourismus, Business, Familienbesuch oder Transit (Regelung bis 31.12.2026 bestätigt).
  • Transit ohne Visum: bis zu 240 Stunden (10 Tage) für berechtigte Nationalitäten mit Weiterreise in ein Drittland bzw. eine dritte Region.
  • Drei Wege, drei Logiken: visafreie Einreise, L-Visum, visumfreier Transit – wer sie mischt, riskiert Abweisung am Gate.
  • Bezahlen fast nur per QR: Alipay und WeChat Pay sind entscheidend; Karten allein reichen selten.
  • Internet ist planbar: eSIM/Roaming umgeht die Firewall oft zuverlässig; VPN muss vor Abflug installiert sein.
  • Zugreisen sind einfacher geworden: 12306 hat Englisch, dennoch bleibt exakte Namensschreibung im Passformat kritisch.
Sommaire :

China Reise 2026: Visabestimmungen und Einreisebestimmungen richtig wählen

Die wichtigste Veränderung für deutsche Reisende ist zugleich die häufigste Wissenslücke: Seit dem 30. November 2024 gilt für deutsche Reisepässe eine einseitige visafreie Einreise auf das chinesische Festland für kurze Aufenthalte. Zunächst waren 15 Tage vorgesehen, doch kurz darauf wurde auf 30 Tage pro Einreise verlängert. Dadurch wirkt die Planung heute leichter, jedoch bleibt die Logik streng: Zweck und Aufenthaltsdauer müssen passen. Wer also für Tourismus nach Shanghai, Peking oder Chengdu fliegt, kann häufig ohne vorherigen Gang zum Visazentrum starten.

Allerdings ist diese Erleichterung befristet und politisch veränderbar. Daher sollten Buchungen erst erfolgen, wenn die Angaben bei offiziellen Stellen gegengeprüft wurden, etwa bei der chinesischen Botschaft oder der National Immigration Administration. Ein Social-Media-Clip kann inspirieren, ersetzt jedoch keine belastbare Quelle. Außerdem gilt: Für Arbeit, Studium oder journalistische Tätigkeiten greift die visafreie Regelung nicht, selbst wenn der Aufenthalt kurz wäre.

Drei Wege, die nicht verwechselt werden dürfen

In der Praxis gibt es drei getrennte Pfade, die im Stress am Flughafen gern miteinander vermischt werden. Genau dort beginnt oft das Problem, denn die Airline prüft bereits beim Check-in, ob die Unterlagen zur Route passen. Wer hier scheitert, steht nicht „erst in China“, sondern noch in Deutschland. Deshalb hilft eine einfache Leitfrage: Ist China das Ziel oder nur der Korridor?

Weg 1 ist die visafreie Einreise bis 30 Tage, wenn China das Reiseziel ist. Weg 2 ist das klassische Visum, etwa das L-Visum für längere touristische Aufenthalte. Weg 3 ist der visumfreie Transit bis 240 Stunden, wenn eine bestätigte Weiterreise in eine dritte Region vorliegt. Hongkong und Macau zählen dabei oft als „dritte Region“, was viele Reisepläne erleichtert. Dennoch muss die Route sauber konstruiert sein, sonst wirkt sie wie eine Umgehung.

Konkretes Beispiel: Die häufigste Gate-Falle

Ein typischer Fall: Eine fiktive Reisende, „Lea“, bucht Frankfurt–Shanghai, bleibt fünf Tage und fliegt dann zurück nach Frankfurt. Dafür passt die visafreie Einreise bis 30 Tage. Würde Lea stattdessen versuchen, den Transit zu nutzen, fehlt ihr das Drittlandticket, daher könnte der Check-in blockiert werden. Umgekehrt: „Tom“ fliegt Frankfurt–Peking–Tokio und möchte in Peking drei Tage bleiben. Genau hier kann der Transit sinnvoll sein, sofern das Ticket nach Tokio bestätigt ist und Ein- sowie Ausreise über die vorgesehenen Häfen erfolgen.

Wer diese Logik einmal verstanden hat, plant entspannter. Denn die Regeln sind nicht „kompliziert“, sie sind lediglich streng getrennt. Als nächstes wird es noch praktischer: Welche Dokumente und Routinen helfen, die Einreise ohne Reibung zu meistern?

Visafreie Einreise, Transit und L-Visum: Dokumente, Nachweise und typische Stolpersteine

Auch wenn viele Visabestimmungen erleichtert wurden, bleibt die Einreise ein formaler Moment. Deshalb lohnt es, die Dokumentlogik zu kennen. Für die visafreie Einreise zählt vor allem ein Reisepass mit mindestens sechs Monaten Restgültigkeit. Zudem ist es klug, einen Nachweis der Ausreise bereitzuhalten, also Flug- oder Zugticket aus China. Dieser Nachweis wird nicht immer verlangt, jedoch kann er Rückfragen verkürzen. Außerdem hilft eine klare Unterkunftsadresse, idealerweise als Screenshot mit chinesischen Schriftzeichen.

Wichtig ist außerdem die gesetzliche Wohnsitzregistrierung innerhalb von 24 Stunden am Aufenthaltsort. Hotels erledigen das beim Check-in automatisch, weshalb Belege aufbewahrt werden sollten. Bei privaten Unterkünften muss die Registrierung oft persönlich bei der Polizeistation erfolgen. Viele Reisende erfahren davon erst, wenn bei der Ausreise Fragen auftauchen. Dabei ist der Vorgang meist unkompliziert, wenn er rechtzeitig erledigt wird.

Transit bis 240 Stunden: attraktiv, aber regelgebunden

Die Transitregelung ist großzügig, jedoch nicht beliebig. Voraussetzung ist in der Regel ein bestätigtes Ticket in ein Drittland oder eine dritte Region sowie die Nutzung ausgewiesener Ein- und Ausreisehäfen. Deshalb sollte die Route so geplant sein, dass kein Interpretationsspielraum entsteht. Eine Verbindung „Deutschland–China–Deutschland“ ist kein Transit. Eine Verbindung „Deutschland–China–Japan“ dagegen schon, sofern die Dokumente sauber sind.

Praktisch bedeutet das: Buchungsbestätigungen gehören ausgedruckt oder offline gespeichert aufs Telefon. Außerdem sollten Reisende die erlaubten Transitgebiete beachten, die inzwischen zwar deutlich größer sind, jedoch weiterhin regional definiert werden können. Wer diese Details ignoriert, verliert Zeit an Schaltern, statt sie in der Stadt zu verbringen.

L-Visum: Wann es trotz Erleichterungen nötig bleibt

Das L-Visum bleibt relevant, wenn der Aufenthalt länger als 30 Tage dauern soll oder wenn der Reisezweck nicht abgedeckt ist. Außerdem entscheiden Behörden je nach Fallkonstellation, welche Kategorie passt. Wer etwa engste Familie besucht, kann in Q-Kategorien fallen. Für Arbeit gilt wiederum Z, und das ist ein anderes Verfahren mit Arbeitserlaubnis. Deshalb ist es entscheidend, den Zweck korrekt zu benennen und nicht „kreativ“ zu formulieren.

Folgende Übersicht hilft, die Kategorien als Orientierung zu verstehen. Sie ersetzt keine Einzelfallprüfung, zeigt jedoch, warum die saubere Zuordnung so wichtig ist.

Option Wofür geeignet Typische Grenze Häufiger Fehler
Visafreie Einreise Tourismus, Geschäftstermine, Familien-/Freundesbesuch, Transit Bis 30 Tage pro Einreise Länger bleiben wollen und „vor Ort verlängern“ einplanen
Visumfreier Transit Stopover mit Stadtbesuch auf dem Weg in Drittland/Region Bis 240 Stunden Kein Drittlandticket oder Route wirkt wie Hin-und-zurück
L-Visum Längere Reise, komplexere Route, besondere Fälle Oft 30–60 Tage Aufenthalt je Einreise Unvollständige Unterlagen, unklare Reiseroute

Unterlagen, die beim Visumantrag wirklich zählen

Wenn ein Visum nötig ist, verlangt China saubere Dokumente. Dazu gehören ein korrekt ausgefülltes Online-Formular, ein Passfoto im chinesischen Format (33×48 mm), Flug- und Hotelnachweise sowie häufig ein Finanznachweis. Zudem wird oft ein Reiseplan erwartet, der nicht perfekt sein muss, aber plausibel wirkt. Wer beim ersten Antrag großzügig dokumentiert, spart Nachforderungen. Danach wird es meist einfacher.

Am Ende ist Einreiseplanung weniger eine Frage von Mut als von Struktur. Deshalb führt der nächste Schritt direkt in den Alltag: Geld, Apps und Internet entscheiden heute oft darüber, ob eine Reise leicht oder mühsam wird.

Mobile Zahlungen in China: Alipay, WeChat Pay und praktische Reisetipps für den Alltag

Im chinesischen Alltag ist Bargeld nicht verschwunden, jedoch selten geworden. Gerade im Tourismus wirkt das zunächst bequem, weil vieles schneller geht. Gleichzeitig entsteht ein neues Risiko: Ohne funktionierende mobile Zahlung wird selbst eine Flasche Wasser kompliziert. Deshalb sollten Reisende beide Systeme vorbereiten, also Alipay und WeChat Pay. In vielen Städten werden über 90 Prozent der Kleinstbeträge per QR-Code bezahlt, und Kartenterminals für Visa oder Mastercard sind außerhalb internationaler Hotels oft die Ausnahme.

Alipay ist für ausländische Karten meist der einfachere Einstieg. WeChat ist dafür kulturell allgegenwärtig, weil es Kommunikation und Mini-Programme verbindet. Daher gilt eine pragmatische Faustregel: Alipay als „Zahlmotor“, WeChat als „Alltagsbetriebssystem“. Wer nur eins einrichtet, steht bei Störungen oder Händlerpräferenzen schnell ohne Option da.

Grenzen, Gebühren und warum 200 Yuan eine wichtige Schwelle sind

Bei Zahlungen mit ausländischen Karten gelten Schwellen, die in vielen Ratgebern fehlen. Zahlungen unter 200 RMB sind oft gebührenfrei, darüber fällt häufig ein Aufschlag von 3 % an. Das ist im Restaurant spürbar, beim Metro-Ticket jedoch kaum relevant. Außerdem wurden Limits für internationale Nutzung transparenter: Bei Alipay sind beispielsweise bis zu 5.000 US-Dollar pro Transaktion sowie ein jährlicher Rahmen von 50.000 US-Dollar dokumentiert. WeChat Pay arbeitet mit RMB-Limits, die im Alltag selten erreicht werden, jedoch bei größeren Anschaffungen relevant sein können.

Praktisch heißt das: Für teure Einkäufe kann Bargeld oder eine gute Debitkarte mit fairen Wechselkursen sinnvoll sein. Daher nutzen viele Vielreisende eine Multiwährungs-Debitkarte, um Wechselkurse zu optimieren. Entscheidend ist jedoch nicht die „perfekte“ Lösung, sondern eine robuste Kombination aus mindestens zwei Zahlwegen.

Mini-Fallstudie: Wenn das Telefon leer ist

Ein realistisches Szenario: Nach einem langen Tag in Xi’an zeigt das Handy nur noch zwei Prozent Akku. Gleichzeitig soll der DiDi-Fahrer bezahlt werden, und das Hotel verlangt beim Check-in eine Kaution. Genau deshalb bleibt ein Bargeld-Backup sinnvoll, auch wenn es selten gebraucht wird. Empfehlenswert sind 500 bis 1.000 RMB für Notfälle. Diese Summe deckt Taxi, Essen und ein paar Kleinigkeiten ab, ohne unnötig viel Bargeld herumzutragen.

Außerdem sollte eine Powerbank eingeplant werden, jedoch mit Blick auf Airline-Regeln. Viele Fluggesellschaften achten strenger auf korrekt deklarierte und zugelassene Akkus. Daher hilft es, Kapazität und Kennzeichnung vorher zu prüfen. Wer zusätzlich ein Ladekabel griffbereit hält, kann in Cafés oder Hotels schnell nachladen.

Konkrete Liste: Zahlung und Alltag vor dem Abflug vorbereiten

  • Alipay installieren, Reisepass-Verifikation abschließen und eine Testzahlung durchführen.
  • WeChat installieren, WeChat Pay aktivieren und als Backup bereit halten.
  • Mindestens eine physische Bankkarte (Visa/Mastercard) mitnehmen, auch wenn sie selten genutzt wird.
  • 500–1.000 RMB als Bargeldreserve einplanen, idealerweise abgehoben an seriösen Automaten (z. B. Bankfilialen).
  • Hoteladresse und Name in chinesischen Schriftzeichen offline speichern, damit Taxifahrten einfacher werden.

Wer Zahlungen und Energieversorgung im Griff hat, erlebt China deutlich entspannter. Als nächstes kommt der zweite große Alltagstreiber: Internet, Apps und die Frage, wie man sich digital orientiert, ohne an der „Großen Firewall“ zu scheitern.

Video-Anleitungen helfen besonders dann, wenn die Menüs auf dem eigenen Gerät anders aussehen als im Ratgeber. Wichtig ist jedoch, die Einrichtung noch vor dem Abflug zu testen, damit am ersten Tag keine Improvisation nötig wird.

Internet, Apps und Navigation: Welche Änderungen Reisende 2026 wirklich spüren

Viele Reiseerfahrungen in China hängen inzwischen davon ab, ob das Smartphone „richtig vorbereitet“ ist. Das ist keine Technikliebe, sondern Alltag: Restaurantmenüs laufen über QR-Codes, Tickets werden digital geprüft, und selbst Museumsslots werden oft per App organisiert. Gleichzeitig blockiert die sogenannte Große Firewall zahlreiche westliche Dienste. Daher scheitern unvorbereitete Reisende weniger an Sprache als an digitalen Gewohnheiten. Wer dagegen mit einem klaren Setup ankommt, gewinnt Zeit, Nerven und Freiheit.

Entscheidend ist eine einfache Regel: Alles, was zum Umgehen von Sperren oder zum Aktivieren von eSIMs nötig ist, sollte vor der Ankunft installiert oder gekauft werden. In China sind viele Anbieter-Websites nicht erreichbar. Außerdem sind bestimmte Apps in den Stores zeitweise schwer auffindbar. Deshalb ist Vorbereitung hier nicht „nice to have“, sondern Teil moderner Reisetipps.

eSIM oder VPN: zwei Strategien, ein Ziel

Für kurze Reisen ist eine internationale eSIM oder Datenroaming oft die zuverlässigste Methode. Der Datenverkehr wird dabei häufig international geroutet, weshalb viele blockierte Dienste normal funktionieren. Das ist bequem, kostet jedoch etwas mehr als lokale Tarife. Wer also zehn Tage Städte besichtigt, spart mit eSIM oft mehr Aufwand, als er an Gebühren zahlt.

Ein VPN ist ebenfalls möglich, jedoch schwankt die Stabilität. Daher sollten mindestens zwei Anbieter installiert und getestet werden. Außerdem muss mit Ausfällen gerechnet werden, besonders zu Stoßzeiten. Für längere Aufenthalte kann die Kombination aus lokaler SIM und VPN sinnvoll sein, weil sie günstige Daten liefert und trotzdem Zugriff auf benötigte Dienste ermöglicht.

Der minimale App-Stack für Tourismus, Kultur und Alltag

Im Alltag haben sich vier Apps als Kern etabliert, die einen Großteil der Wege abdecken. WeChat ist zentrale Kommunikations- und Serviceplattform. Alipay ist für viele Zahlungen und Transit-QR-Codes besonders praktisch. Für Navigation ist Amap (Gaode) meist präziser als internationale Kartendienste, die in China oft Koordinatenabweichungen zeigen. Als Übersetzungs- und Assistenzhilfe hat sich zudem eine KI-gestützte App wie Doubao etabliert, weil sie auf lokale Kontexte trainiert ist und Menüs sowie Schilder schnell verständlich macht.

Dazu kommen je nach Stil DiDi für Fahrten oder Trip.com als Buchungs-Backup. Wer das vorab installiert, kann vor Ort sofort handeln, statt erst nach Lösungen zu suchen. Außerdem sollte jede Zieladresse als Screenshot in chinesischen Schriftzeichen gespeichert werden. Das wirkt banal, löst jedoch überraschend viele Situationen.

YouTube als Vorbereitung: welche Themen wirklich nützen

Viele Reisende profitieren von kurzen Videos zu „realen Abläufen“: Metro-QR-Codes, Bezahlvorgang im Restaurant oder Ticketkontrolle am Bahnhof. Solche Inhalte sind besonders hilfreich, wenn die Oberfläche der Apps sich aktualisiert hat. Trotzdem bleibt die zentrale Faustregel: Die Videos dienen als Orientierung, die eigene Einrichtung muss vorher getestet werden.

Wer Internetzugang und Navigation absichert, kann sich stärker auf Kultur und Begegnungen konzentrieren. Genau dort setzt der nächste Abschnitt an: Wie bewegen sich Reisende im Land, wie funktionieren Hochgeschwindigkeitszüge, und welche Änderungen machen Reisen zwischen Städten leichter?

Transport und Buchungen: Hochgeschwindigkeitszug, 12306 und neue Routinen für Reisende

Chinas Hochgeschwindigkeitsnetz ist für viele Besucher das eigentliche Rückgrat der Reise. Es ist riesig, dicht getaktet und im Alltag oft schneller als ein Inlandsflug, weil Bahnhöfe meist zentral liegen. Außerdem sind Abläufe standardisiert: Sicherheitskontrolle, Passcheck, Gate, Einstieg. Wer diese Logik kennt, empfindet große Bahnhöfe weniger als Chaos, sondern als System. Daher lohnt es sich, die Buchung und den Boarding-Prozess vorab zu verstehen.

Für internationale Reisende hat sich vor allem verbessert, dass die offizielle Plattform Railway 12306 eine englische Oberfläche bietet. Gleichzeitig bleibt die Identitätsprüfung ein Knackpunkt. Manche Accounts werden online verifiziert, andere benötigen eine kurze Freischaltung am Schalter. Das klingt lästig, ist jedoch oft in zehn Minuten erledigt, wenn der Reisepass dabei ist.

12306 in der Praxis: Namen, Timing und Zahlungsbrücken

Bei Zugtickets ist ein Detail entscheidend: Der Name muss exakt so geschrieben sein wie im Reisepass, inklusive Leerzeichen und Reihenfolge. Ein abweichender Mittelname kann sonst am Gate Probleme machen. Deshalb sollte jede Buchung zweimal gegengeprüft werden, bevor bezahlt wird. Tickets werden häufig 15 Tage im Voraus freigeschaltet, weshalb beliebte Strecken an Feiertagen schnell ausverkauft sind. Wer dann spontan plant, braucht Alternativen.

Bei der Bezahlung zeigt sich erneut, warum mobile Zahlungen so wichtig sind. 12306 akzeptiert typischerweise Alipay, WeChat Pay und UnionPay. Internationale Kreditkarten funktionieren dagegen nicht immer zuverlässig. Deshalb ist Alipay oft die Brücke, die den Kauf überhaupt möglich macht. Alternativ kann Trip.com helfen, weil dort internationale Karten meist direkt akzeptiert werden, allerdings gegen Servicegebühr.

Bahnhofsroutine: Warum 60 Minuten Puffer realistisch sind

Chinesische Bahnhöfe funktionieren ähnlich wie Flughäfen im Mini-Format. Es gibt Sicherheitskontrollen, außerdem werden Ausweise geprüft. Daher sind 45 bis 60 Minuten Vorlauf sinnvoll, in Ferienzeiten sogar mehr. Wer knapp ankommt, erlebt Stress, obwohl der Zug pünktlich ist. Zudem sind Bahnsteige oft erst kurz vor Abfahrt zugänglich, weshalb frühes Erscheinen nicht automatisch „Wartezeit am Gleis“ bedeutet, sondern Zeit im Abfertigungsbereich.

Die gute Nachricht: In vielen Stationen genügt der Reisepass als „Ticket“. An den Gates wird er gescannt, und der Datensatz ist hinterlegt. Falls ein Automat den Pass nicht liest, helfen manuelle Schalter. Diese Situationen sind selten, aber sie passieren, weshalb Ruhe und ein Screenshot der Buchung hilfreich sind.

Beispielroute, die Kultur und Logistik verbindet

Eine klassische Tourismus-Route verbindet Peking, Xi’an und Shanghai. Der Zug macht es leicht, weil die Fahrzeiten planbar sind und das Reiseerlebnis selbst zur Kultur-Beobachtung wird: Familien mit Proviant, Businesspendler, Studierende. Außerdem ist der Wechsel vom historischen Norden in die moderne Küstenmetropole spürbar, ohne dass ein Flughafentransfer den Rhythmus bricht. Wer so reist, versteht schneller, wie vielfältig „China“ im Inneren ist.

Damit wird klar: Logistik ist nicht das Gegenteil von Erlebnis, sondern die Grundlage dafür. Zum Abschluss folgt eine kurze, praxisnahe Fragerunde zu den Punkten, die in der Vorbereitung am häufigsten auftauchen.

Gilt die visafreie Einreise für deutsche Reisende wirklich für 30 Tage?

Ja, für Inhaber eines deutschen Reisepasses ist die visafreie Einreise für kurze Aufenthalte bis zu 30 Tagen pro Einreise möglich, wenn der Zweck (z. B. Tourismus, Geschäftstermin, Familienbesuch oder Transit) passt. Da die Regelung einseitig und befristet ist, sollten die aktuellen Einreisebestimmungen vor der Buchung bei offiziellen Stellen geprüft werden.

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen visafreier Einreise und 240-Stunden-Transit?

Bei der visafreien Einreise ist China das Ziel und der Aufenthalt darf bis zu 30 Tage dauern. Beim 240-Stunden-Transit ist China nur Zwischenstopp, und es braucht ein bestätigtes Weiterreiseticket in ein Drittland bzw. eine dritte Region. Wer diese Wege verwechselt, riskiert Probleme beim Airline-Check-in.

Reichen Kreditkarten in China aus oder sind Alipay und WeChat Pay Pflicht?

Kreditkarten funktionieren im Alltag oft nur in internationalen Hotels und gehobenen Einkaufszentren. Deshalb sollten Reisende Alipay und idealerweise auch WeChat Pay einrichten, da die meisten Zahlungen per QR-Code laufen. Ein kleines Bargeld-Backup (z. B. 500–1.000 RMB) ist dennoch sinnvoll.

Welche Internet-Option ist für eine kurze China Reise am zuverlässigsten?

Für Aufenthalte unter 30 Tagen ist eine internationale eSIM oder Datenroaming oft am stressfreiesten, weil viele gesperrte Dienste dann normal funktionieren. Ein VPN kann ebenfalls helfen, sollte aber vor der Ankunft installiert und getestet werden, da Downloads und Anbieter-Websites in China teils blockiert sind.

Warum scheitern Buchungen bei 12306 so oft und wie lässt sich das vermeiden?

Häufige Ursachen sind eine nicht abgeschlossene Identitätsprüfung und Abweichungen bei der Namensschreibung. Der Name muss exakt wie im Reisepass eingetragen werden, inklusive Leerzeichen und Reihenfolge. Wenn die Online-Verifizierung nicht klappt, kann die Freischaltung meist schnell an einem Ticketschalter mit Reisepass erledigt werden.

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